Rock am Ring, 7. Juni 2003
Es war bereits ein hartes Wochenende, doch im Prinzip fing alles erstmal richtig an. Ich habe mir also mit ein paar freunden vor dem Placebo auftritt erstmal ordentlich die Kante gegeben. Die Zeit rannte, und wir gingen (eigentlich rannten wir und haben dabei Hackiesack gespielt) zum Festival Gelände, dies sollte mein zweites Placebo Konzert werden und ich war heiß. Es war schon spät, weil die Jungs erstmal aus Holland angekarrt werden mussten. Um ca. 24.00 Uhr stand ich dann auf dem Gelände, aber noch viel zu weit von der Bühne entfernt, ich hatte noch eine Stunde zeit um mich durch zu kämpfen. meine Freunde hatten keine Lust bzw. keine Hoffnungen mehr weiter an die Bühne zu kommen, mir war das egal, also fing ich an mich durch die menge zu fighten. Nach geraumer Zeit habe ich es geschafft. Ich war vorne ganz ganz vorne, in den ersten reihen und das heißt schon was für Rock am Ring.
Ich war am schwitzen ohne ende, ich musste einen Quadratmeter mit ca. 15 anderen schwitzenden Menschen teilen. Der Atem von jedem einzelnem stank nach Bier, aber nach drei Jahren Rock am Ring gewöhnt man sich an alles. Die Bühnentechniker hatten Probleme die Wahnsinns Lichtanlage zu Installieren, naja sie sind daran gescheitert.
Endlich war es soweit Brian, Steve und Stephan (sowie Gastmusiker) betraten die Bühne. Bullet Proof Cupid fetzte mein erschöpfungsgefühl und meine mitlerweile schmerzenden Beine in Sekunden in in die ecke und ich konnte nichts mehr. Ich befand mich in einem Rausch aus vollkommener Glücklichkeit. Ich glaube das merkte man mir an den ich rockte einfach alles, es war das beste was ich je in meinem Leben sehen durfte und ich bin der festen Überzeugung, das es das bleiben wird. Sie spielten, Brian Molko stand also ungefähr 5 Meter vor mir, er stand da einfach und hat gerockt, und dieser man hat eine Ausstrahlung auf der Bühne wie niemand sonst auf auf der Welt. Es war der Hammer. Aber um wirklich zu verstehen wie geil das war, muss ein Fan wie ich von Placebo sein, und sie natürlich auch life gesehen haben.
Nachdem das Konzert endete standen mir die Tränen aus Begeisterrung, Glück, und Traurigkeit weil es zu ende war in den Augen. Ich habe meine Freunde natürlich verloren aber das war mir recht, ich brauchte noch eine weile (ein paar Bier, ein paar Zigarretten und mehr oder weniger einsamkeit in so fern das möglich war) um das gerade erlebte zu verarbeiten. Irgendwann lief ich also zurück, traf meinen Freund bei den Sanitätern (er hatte sich sein Knöchel verstauch, womit er gut weggekommen ist, ein anderer Kollege hatte sich einen Tag zuvor die Kniescheibe gebrochen). Wir haben uns dann also nochmal ordentlich die Kannte gegeben.
Autor und © by fourstringartist